Fujitsu Datenverarbeitung von 1935 bis Heute



Logo Fujitsu Lan Karte [1] Tradition, Evolution und Innovation – mit diesen drei Worten lässt sich die Geschichte von Fujitsu Technology Solutions zusammenfassen. Seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1935 hat sich Fujitsu zunächst durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Siemens auf dem europäischen IT-Markt etabliert. Aus dieser Zusammenarbeit ist Fujitsu Technology Solutions hervorgegangen. Als führender europäischer IT-Infrastrukturanbieter bildet das Unternehmen jetzt einen festen Bestandteil der Fujitsu Global-Familie, ist in 170 Ländern präsent und stellt eine der Innovationskräfte für die globalen Kunden von Fujitsu dar.


1935:

Fujitsu Limited wurde in Tokio, Japan, unter dem Namen Fuji Tsushinki Manufacturing Corporation als Unternehmen für Telekommunikationseinrichtungen gegründet. Dabei handelte es sich um den ausgegliederten Kommunikationsbereich der Fuji Electric Company, der als Joint Venture mit der deutschen Siemens Corporation Logo Fujitsu geführt wurde. Aus diesem Joint Venture leitete sich auch der Name „Fujitsu“ ab: Fu-ji-tsu setzt sich zusammen aus Fuji Electric, Jimenzu (Siemens auf Japanisch) und Tsushin, dem japanischen Wort für „Kommunikation“. Die 70er Jahre 1972 begann Fujitsu gemeinsame Entwicklungstätigkeiten mit der Amdahl Corporation, zu jenem Zeitpunkt eines der wichtigsten Unternehmen auf dem amerikanischen Markt. 1978 nahm Fujitsu die formale Zusammenarbeit mit Siemens zur Vermarktung von Fujitsu Mainframes in Europa auf.

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Die 80er Jahre:

1987 wurde das Werk in Augsburg als einer der modernsten IT-Schmieden in Europa eröffnet. Die Produktionsstätte fungiert bis heute als wichtigste Forschungs-, Fertigungs- und Entwicklungseinrichtung für Fujitsu Technology Solutions und die Fujitsu Group. 1990 erwarb Fujitsu Limited die Aktienmehrheit von ICL. Dieses Ereignis stellte den ersten Schritt einer Strategie dar, mit der das Unternehmen seine Position stärkte und seine globale Marke durch Akquisen und enge Zusammenarbeit mit führenden europäischen Anbietern auf dem IT-Markt in Europa etablierte.

Fujitsu Mainframe History
Fujitsu History








In der Zwischenzeit hatte auch die Siemens AG ihr Portfolio umgestellt, und so kam es 1990 zur Gründung der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI). 1991 wurde der Geschäftsbereich der professionellen Nokia Data PCs von ICL aufgekauft. 1995 wurde ASI Computer GmbH von ICL Volume Products übernommen. Die deutsche Produktionsstätte bildete jetzt die Basis für die europaweite Produktion von Consumer PCs für Fujitsu. Im Juli 1996 wurde Fujitsu ICL Computers als neuer europäischer Anbieter von PCs, Notebooks und Servern eingeführt. Der Verantwortungsbereich umfasste Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Produkten für den Unternehmens-, Business- und Privatmarktr. Im April 1998 erfolgte die Umbenennung von Fujitsu ICL Computers in Fujitsu Computers Europe. 1999 gründeten Fujitsu Limited und Siemens AG ein Joint Venture, das unter dem Namen Fujitsu Siemens Computers firmierte. Die beiden Unternehmen fusionierten dabei den größten Teil ihres europäischen Computergeschäfts. Aufbauend auf die sich ergänzenden Stärken der beiden Unternehmen wurde ein umfangreiches Programm zur gemeinsamen Entwicklung und gegenseitigen Belieferung zwischen beiden Partnern und ihren Konzernfirmen weltweit vereinbart. Diese neue Kooperation basierte auf der engen Beziehung zwischen Fujitsu und Siemens, die aus mehr als zwei Jahrzehnten des technischen Austausches und der Kooperation im strategischen Geschäft für das Computersegment entstanden war, und trug maßgeblich dazu bei, dass wichtige globale IT-Kunden gewonnen und gehalten werden konnten.

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2000 - 2010

Diese Dekade begann für Fujitsu Siemens Computers mit einer klaren strategischen Entwicklung rund um die Megatrends Mobility und Business Critical Computing. Die explosionsartige Entwicklung der mobilen Geräte, gekoppelt mit dem rapiden Wachstum des E-Business, machte neue Standards im Hinblick auf Sicherheit und Skalierbarkeit für IT-Infrastrukturen erforderlich. Im April 2006 stellte das Unternehmen die neue Services Division vor, die seine Position als Full-Service-Provider für Mobility- und Dynamic Data Center-Produkte und -Lösungen unterstrich. Dieser Ausbau der Servicekompetenzen folgte auf die im Dezember 2005 bekannt gegebene Übernahme der internationalen Product Related Services Division innerhalb von Siemens Business. 2008 führte Fujitsu Siemens Computers als nächsten Schritt in der Weiterentwicklung seiner Strategie und seines Infrastrukturportfolios den Produktbereich der Dynamic Infrastructures ein. Fujitsu Technology Solutions wurde zu einem wichtigen Bestandteil der globalen Forschungs- und Entwicklungseinrichtung von Fujitsu. Mit etwa 10.000 Mitarbeitern und mehr als 1.000 Ingenieuren führt Fujitsu Technology Solutions die Entwicklung von Plattformprodukten, -lösungen und -services für die Fujitsu Group an und steuert die globale Fertigung und Entwicklung der IA x86-Server- und Storage-Produkte. Fujitsu Technology Solutions (Holding) B.V. entstand 2009, als Fujitsu Limited 100 % der Aktien der ehemaligen Fujitsu Siemens Computers übernahm. Diese Übernahme wurde im November 2008 von Fujitsu und Siemens angekündigt. Für Fujitsu Limited war die vollständige Integration von Fujitsu Technology Solutions mit seiner starken Präsenz in Europa, im Nahen Osten und Afrika (EMEA) ein Katalysator bei der Transformation zu einem wahrhaft globalen Unternehmen, das fähig ist, vollständig integrierte Dynamic Infrastructures-Produkte, -Lösungen und -Services auf globaler Ebene anzubieten.

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2010 -

Mit seinem innovativen Portfolio an Produkten, Lösungen und Services als Basis für seine Dynamic Infrastructures-Strategie ist Fujitsu Technology Solutions heute als führender europäischer IT-Infrastruktur-Anbieter etabliert. Die Auswirkungen des Cloud Computing spiegeln sich bereits in der IT-Landschaft dieses Jahrzehnts GS21 2600 wieder: Die Technologie bietet Unternehmen aller Größen neue Geschäfts-möglichkeiten und neue Geschäftsmodelle mit einer flexibleren und kosteneffizienteren Bereitstellung von IT. Fujitsu gibt dieser Landschaft Gestalt und bietet seinen Kunden einen Einstieg in die Cloud, der auf ihre individuellen Geschäftsanforderungen abgestimmt ist: Private Cloud, Trusted Cloud oder Hybrid-Modell GS21 2400 / 2600 (SE Serie) – Jede Version bietet ein anderes Maß an Dateneffizienz, Kosteneffektivität und Sicherheit.

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2014 präsentiert Fujitsu die neue BS2000 SE Serie

Fujitsu kombiniert /390 und x86                         03.06.2014 Von Thomas CloerThomas Cloer (Leitender Redakteur CW)

Fujitsu hat heute auf dem BS2000 Mainframe Summit die nächste Generation seiner Großrechner angekündigt.

[II] In der BS2000-SE-Serie werden erstmals die /390- und x86-Hardwaretechnologien gemeinsam in einem 19-Zoll-Standard-Rack verbaut. Auf den Markt kommen die neuen Fujitsu-Mainframes einer Mitteilung zufolge allerdings erst SE700 im zweiten Quartal 2015, ausgewählte Kunden erhalten die Systeme ab Ende dieses Jahres. Die neuen SE-Server ermöglichen es nach Angaben des Herstellers, herkömmliche Mainframe-Anwendungen und Anwendungen aus der sogenannten offenen Welt je nach Bedarf parallel auf unterschiedlichen und/oder gleichen Hardware-Technologien mit unterschiedlichen Betriebssystemen zu betreiben. Die SE-Serie umfasst drei Modelle, deren Server-Units unterschiedlich kombinierbar sind - SE300, 500 und 700. Die kommenden Server vereinen die Technologien der bisherigen S- und SQ-Serie und lassen sich inklusive der zugewiesenen externen Peripherie zentral managen.

Die SE300-Serie umfasst x86-Units mit Intel-Xeon-Prozessoren. Die SE700- und SE500-Linien verfügen über neu entwickelte /390-Prozessoren in "System-on-Chip"-Ausführung, die deutlich energieeffizienter als ihre Vorgänger sein sollen. Die SE-Großrechner sollen insgesamt eine deutlich gesteigerte Verarbeitungsleistung bei einem um bis zu 50 Prozent verringerten Energieverbrauch, eine hohe Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen sowie gleichzeitig niedrige Betriebskosten bieten.

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"Im SE Server werden unter dem Dach eines gemeinsamen Mainframe-Managements Host-Technologie für klassische Mainframe-Lasten und x86-Technologie für Linux- und Windows-Aufgaben nebeneinander und gleichzeitig effizient gekoppelt bereitgestellt". Erläutert Rolf Strotmann, Vice President Enterprise Server & Software bei Fujitsu. "So eröffnet diese Infrastruktur einerseits den klassischen Host-Applikationen den kontrollierten und effizienten Zugang zu Windows- und Linux-Welten, während diese von den Vorteilen des Großrechner-Managements profitieren." Letztlich ergäben sich für den Kunden durch die erhöhte Flexibilität bei gleichzeitig einheitlichem Management geringere Gesamtkosten, verspricht der Mainframe-Manager.

Das Architekturkonzept der SE-Mainframes deckt laut Fujitsu unterschiedlichste Szenarien ab, etwa klassischen Mainframe-Betrieb auf /390-basierter Serverhardware, klassischen Mainframe-Betrieb auf x86-basierter Serverhardware, Hybrid-Mainframe mit /390- und x86-Technologie für integrierte oder verteilte Anwendungen, Data-Center-Konsolidierung oder Private-Cloud-Dienstleistungen.

Der neue SE Manager ermöglicht ein zentrales Web-basiertes Management der gesamten SE-Infrastruktur einschließlich der /390-basierten Server Unit, der x86-basierten Server Unit, der Net Unit, der Application Units für den Einsatz weiterer Betriebssystemwelten (Linux, Windows) sowie der Virtualisierung (zum Beispiel VMware vSphere).

Als Betriebssystem kommt BS2000 OSD/BC Version V10.0 mit erweiterter Integration von Net-Storage, Funktionserweiterungen etwa im SANCHECK und Schnittstellen und Funktionen für die Integration in bestehende IT-Landschaften zum Einsatz. Die neue Systemsoftware enthält auch die Softwarekomponente BS2IDE für die Entwicklung von BS2000-Kundenanwendungen auf Basis von Eclipse.

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2018 -

Aus für Europas letzte PC-Fabrik

Der Konzern Fujitsu schließt das Werk in Augsburg, mehr als 2000 Jobs fallen weg

Augsburg 26.10.2018 27.10.2018 Süddeutsche Zeitung von UWE RITTER
[III] Dass sich etwas zusammenbraut, zeichnete sich schon im Lauf der Woche ab. Nur dass es gleich so schlimm kommen würde, damit rechneten die Augsburger Mitarbeiter des japanischen IT-Konzerns Fujitsu nicht. Kurzfristig hatte sie das Unternehmen für Freitag, neun Uhr, zu einer Versammlung in dem Werk Augsburg im Süden der Fuggerstadt eingeladen; es gehe um ein wichtiges Zukunftsthema, hieß es nebulös. Tatsächlich verkündeten Zentraleuropa-Chef Rupert Lehner und Werkleiterin Vera Schneevoigt nicht weniger als das Aus für das letzte Computer-Werk in Europa. Bis September 2020 wird Futjitsu seinen Standort Augsburg komplett schließen. Betroffen sind 1500 Beschäftigte plus 300 Leiharbeiter. Damit einher baut das Unternehmen an anderen Standorten in Deutschland weitere 3oo Jobs ab; davon allein in München etwa 170. Es handelt sich hauptsächlich um Arbeitsplätze, die eng mit dem Augsburger Werk verzahnt sind. Damit gehen 1800 der aktuell 5500 Stellen bei Fujitsu in Deutschland verloren. Auf der Betriebsversammlung sorgte die Ankündigung für Entsetzen; einige Mitarbeiter hätten geweint, berichten Teilnehmer. Augsburg Die Leute seien so überrumpelt gewesen, dass sich kaum Unmut geäußert habe. Der Betriebsrat war erst unmittelbar vor der Versammlung vor vollendete Tatsachen gestellt worden. "Wir werden die Schließung nicht einfach akzeptieren", sagt Angela Steinecker, bei der IG Metall für Fujitsu zuständig. Sie kündigte Protestaktionen an. Sie habe das Unternehmen in der Vergangenheit als "im Großen und Ganzen korrekten und bisweilen sogar großzügigen Arbeitgeber kennen gelernt", so Steinecker. Nun hoffe sie, dass dies auch bei den Verhandlungen über die Modalitäten der Standortschließung so sein werde. Betriebsbedingte Kündigungen müssten ausgeschlossen werden. Ein Firmensprecher sicherte "sozial verträgliche Lösungen" zu; Fujitsu sei sich bewusst, welche Auswirkungen die Schließung für die Betroffenen habe. Ursprünglich gehörte der Standort mal zu Siemens, der Niedergang geht schon lange Das Aus für den Augsburger Fujitsu-Standort hat globale und strategische Gründe. Der Konzern mit Sitz in Tokio, der etwa 140.000 Menschen weltweit beschäftigt und 39 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftete, organisiert sich in weiten Teilen neu. Grund dafür sei ein "zunehmender Wandel vom reinen Produktgeschäft hin zu Services", heißt es in einer Mitteilung. Branchenspezifische Lösungen für die Kunden würden immer wichtiger und außerdem wolle man sich um Themen wie künstliche Intelligenz oder Blockchain-Technologie verstärkt kümmern. Im Zuge dessen Augsburg wird die Fertigung in Japan konzentriert; auch Produktentwicklung und Logistik lässt man in Deutschland auslaufen. Ruppert Lehner, Chef des Zentral Geschäftes Zentraleuropa-Geschäftes bei Pujitsu,trat dem Eindruck entgegen, das Unternehmen ziehe sich aus Deutschland zurück. Man wolle vielmehr das Angebot für den öffentlichen Sektor, den Mittelstand, sowie Schlüsseltechnologien wie die Automobil-und Fertigungsindustrie in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ausbauen. An der "starken Präsenz in Deutschland einschließlich des Betriebs von hochsicheren Rechenzentren", sowie im Zuge bestehender Partnerschaften mit Microsoft oder SAP werde Fujitsu "auch in neue Arbeitsplätze in Wachstumsbereichen investieren". Der IG Metall fehlt hingegen "ein nachhaltiges Zukunftskonzept für die deutschen Fujitsu-Standorte. Fujitsu ist das letzte, große IT-Unternehmen, das Hardware nicht in Asien, sondern in Deutschland fertigt. 550 Beschäftigte montieren in dem Augsburger Werk Notebooks, Server, Speicher und Mainboards, also elektrische Steuerungseinheiten. In etwa genauso viele Beschäftigte arbeiten dort in Forschung und Entwicklung; der Rest verteilt sich auf Bereiche wie Verwaltung, Vertrieb oder Marketing. Für Augsburg ist das Aus eines der größten Arbeitgeber ein schwerer Schlag. Beginnend Augsburg mit Walter-Bau vor mehr als zehn Jahren musste die schwäbische Industriestadt viele und zum Teil spektakuläre Verluste an Firmen und Tausenden Arbeitsplätzen verkraften. Zuletzt sorgten die Insolvenzen des Weltbild-Verlags, des Autozulieferers Wafa und der Motorrad-Marke Horex für Schlagzeilen. Erst Mitte Oktober schloss das Werk des Lampen Produzenten Ledvance (früher Osram); 800 Beschäftigte verloren ihre Jobs. Und auch das Fujitsu-Werk selbst hat einen stetigen Aderlass hinter sich. Einst von Siemens allein, dann von Siemens-Nixdorf, in Kooperation mit Fujitsu und schließlich nur noch von den Japanern betrieben, wurden dort seit 2000 mehrere Tausend Stellen abgebaut. Dass der Standort nun geschlossen wird, sei mit Blick auf Ledvance "binnen kurzer Zeit der zweite schwere Schlag für Augsburg und die Region", sagte Bayerns IG Metall-Chef Jürgen Wechsler. "Das geht an die Substanz dieses Wirtschaftsstandorts." Mit dieser Einschätzung steht der Gewerkschafter nicht allein. Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer machte sich noch am Freitag nach Augsburg auf, um Vertreter des Managements und der Arbeitnehmer von Fujitsu zu treffen. Das Unternehmen müsse nicht nur den Jobabbau sozial verträglich gestalten, sondern auch "alternative Beschäftigungsmöglichkeiten entwickeln", so der CSU-Politiker. Darüber hinaus will die Landesregierung mit Verantwortlichen am Ort über strukturpolitische Unterstützung für Augsburg beraten.


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[I]    Quelle: Fujitsu
[II]  Quelle: Computerwoche 03.06.2014
[III]  Quelle: Süddeutsche Zeitung 27.10.2018

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